Je nach der im Betrachtungszeitraum vorherrschenden Trendrichtung ergeben sich 2 von der Bedeutung her sehr gegensätzliche Signalmuster. Das erste und am einfachsten zu verstehende Muster ist der Hammer. Markantes Aussehen und die Lage am Ende eines Trends haben dieser Candlestick-Formation ihren Namen gegeben. Wenn sich im Abwärtstrend eine Umbrellaline bildet, setzt das ein Zeichen für das heran nahende Ende dieses Trends. Hammer steht hier für das Festhämmern des Bodens. Das japanische Wort für dieses Muster ist „takuri“. Das Hammersignal sieht aus wie ein Hammer mit Kopf und Griff.

Die Definition für Hammer und Hanging Man beinhaltet zunächst einige Kriterien zum Aussehen der Kerze an sich, die für beide Muster gleich sind.

  • Kerzenkörper ist sehr klein und befindet sich am oberen Ende der Tagesspanne;
  • Farbe des Kerzenkörpers ist nebensächlich;
  • Kerze muss einen langen unteren Schatten haben, der mindestens doppelt so lang sein sollte wie der Kerzenkörper;
  • Obere Schatten sollte sehr klein oder gar nicht vorhanden sein.

Der Hammer verdeutlicht sehr anschaulich einen Wechsel der Machtverteilung am Markt. Obwohl es innerhalb des Betrachtungszeitraums zu starkem Verkaufsdruck gekommen ist (die Muster sind auch in 60-Minuten- oder 5-minuten-Charts gültig), wechselte sie die Stimmung, und die Bullen konnten den Bären das Ruder aus der Hand reißen. Der Schlusskurs an dem oberen Ende der Kursspanne zusammen mit dem langen unteren Schatten verdeutlicht das Ganze. Auch kommt hier der kleine oder vorhandene obere Schatten ins Spiel: je näher der Schlusskurs der Periode am Tageshoch liegt, umso bedeutsamer ganzer Vorgang, der im „Mutterland des Kerzenscharts“ auch als „Kamikazekampf“ bezeichnet wird. Und obwohl es keine Rolle spielt, welche Farbe der Kerzenkörper hat, ist ein weißer Kerzenkörper vielleicht eine Spur bedeutender, als ein schwarzer.

Hanging Man ist das zweite Muster. Die Definition der Kerze ist die gleiche wie oben bereits geschrieben. Beim Hanging Man jedoch ist die Trendkomponente wesentlich wichtiger und strenger zu definieren. Visuell zeigt sich ein „Mann mit baumelnden Füßen“, der am Ende eines langen Aufwärtstrends hängt. So wie im wilden Westen am Galgen das Ende eines Sünders bevorstand, signalisiert ein Hanging Man im Chart das bevorstehende Ende eines Trends.

Der lange untere Schatten verdeutlicht eine zeitweilige Machtübernahme der Bären, während der kleine Kerzenkörper in der Nähe des Tageshöchstkurses für eine Rückkehr der Bullen steht. Deshalb ist es beim Hanging Man besonders wichtig auf eine Bestätigung des Musters zu warten.

Es ist wichtig zu empfehlen, eine Schlussnotierung abzuwarten, die unter dem Körper des Hanging Man liegen sollte, mit folgender Grund: den Trauern, die am Tag des Hanging Man long eingestiegen sind, ist bewusst, auf welche wackeligen Beinen der Trend steht. Deshalb ist für die Bedeutung eines Hanging Man die Stärke des vorangegangenen Trends besonders wichtig. Je langfristiger der erreichte Höchststand ist, umso bedeutender ist der Hanging Man.

Folgt nun tatsächlich in der nächsten Periode eine Bestätigung des Musters durch eine Schlussnotierung unter dem Körper des Hanging Man, „hängen“ diese Trader nun in verlierenden Positionen, was deren Nervosität steigert und die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass sie aussteigen und ihr Kapital sichern werden, was wiederum die Basis für weiter steigenden Verkaufsdruck bilden kann.

Für Hammer und Hanging Man ist hoch eine weiter charttechnische bedeutende Funktion hervorzuheben. Die markieren oft wichtige Unterstützungs- oder Widerstandslevels, deren weiterer bestand als Bestätigung des Musters gelten kann oder beim Bruch das Muster als Fehlsignal enttarnen.

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